9# Motivation
9# Motivation

9# Motivation

Die Monate Mai und Juni verliefen anders als geplant und wie ich es Ende April noch im vorangegangenen Blogeintrag angekündigt habe. Anstatt Ark Tag für Tag durch den Palast in Tordesillas zu pushen, bin ich einer wiederkehrenden Schreiblethargie erlegen. Meine einzige Leserin hat sich lange Zeit nicht aufgerafft den nächsten Abschnitt zu lesen, die erhoffte Anteilnahme im Blog blieb aus und auch sonst konnte ich mit meinem Projekt scheinbar niemanden begeistern. Da ich Phasen wie diese kannte, habe ich mir jedoch keinen Sorgen gemacht, da ich nach einer Pause von mehreren Wochen und Monaten schon wieder zu meiner Eigenmotivation finden würde, die mich schließlich schon so weit getrieben hat seit über 10 Jahren an einem Buch zu schreiben, dass womöglich nur ich vollständig lesen und gut finden würde. Ich habe sogar zwischendurch kleine Anpassungen vorgenommen, Notizen erfasst und die Musikauswahl erweitert, bis im Juli endlich wieder alles besser werden sollte.

Endlich hat meine Frau den fertigen Abschnitt gelesen und auch anderorts sollte eine zarte Blume neu erblühen. Kamui Fujiwara fing an alte und neue Terranigma-Zeichnungen zu erstellen und zu veröffentlichen und es gelang ihn, was mir mit meiner wagen Ankündigung eines auf Terranigma basierenden Romans verwehrt geblieben ist. Er belebte die zumindest für meine Augen verborgene und vor sich hin schlummernde Terranigma-community wieder und weckte damit bei mir, aber auch allen anderen eine Aufbruchstimmung. Die Liebe und Begeisterung für Terranigma lebt und wird auch niemals vergehen, völlig gleichgültig, ob jemand sich wahrhaftig auf mein Projekt freut und sich daraus etwas erhofft. Und das ist gut so. Zu sehen, wie all die Zeichnungen und Hoffnungen auf einen Fortbestand geteilt werden, zog mich wieder aus meinem Motivationstief und zurück an den Schreibtisch.

Schon kurz darauf kam es wieder zu diesen besonderen Momenten, in denen ich aus etwas Winzigem eine große Inspiration erfahre und alles was bereits fest in meinem Kopf und Notizen verankert ist, neu zusammenfüge. Schon sortiere ich die nächsten Kapitel um, füge alles verändernde Richtungswechsel ein, spiele den Ablauf im Geiste durch und spüre das Kribbeln auf der Haut, dass mich den nächsten Tag kaum erwarten lässt, damit ich diese Vision realisieren und zufrieden auf mein Werk blicken kann. Und schon sind zwei Kapitel von Arks Aufenthalt im Palast der spanischen Königin abgeschlossen und ich sehe schon die nächsten beiden in der kommenden Woche vor mir kapitulieren. Doch ich weiß natürlich, dass die nächste Pause nicht fern ist und so versuche ich den aktuellen Schwung noch so weit wie möglich mitzuziehen.

Und was macht Ark eigentlich so?

Nach der Audienz bei der Königin, bei dem es unter anderem um die Zukunft des Gefangenen Christoph Kolumbus ging, wurde Ark darum erbeten, im Palast zu nächtigen. Schon am nächsten Morgen soll er Zugang zum Gefangenen erhalten. Die Zeit bis zum Bankett verbringt er in der großen Palastbibliothek, die dem Innenraum von Yomis Box nachempfunden ist. Dort entdeckt er interessantes, wie ein Unheil verkündendes Buch eines sogenannten Robert Jordan, die ebenso realen Chroniken aus der Zeit Königin Johannas und ganz besonders relevant, das Bordbuch zur ersten Reise von Christoph Kolumbus, das ich zu diesem Zwecke, aber auch für den Charakter an sich durchgelesen habe. Eines lässt sich schon sagen: Die Taten und Motive des Kolumbus werden im Verlauf der Handlung durchaus kritisch hinterfragt.

„Stattdessen öffnet er das Buch des Genuesen, gespannt darauf mehr über den Mann zu erfahren, der so sehnlichst in seinem einstigen Hafen erwartet wird, sodass Generäle, Admirale und angebliche Gesandte auch um seinetwillen das Äußerste wagen.“

Doch es gibt noch dieses eine Buch, noch eindrucksvoller und sonderbarer als alle anderen, welches Ark zutiefst beunruhigt, bevor er zum Bankett gerufen wird, bei dem er auf einige nicht minder sonderbare Gäste trifft. Doch ist die Nacht noch jung und ich kann nicht anders als an folgenden Satz zu denken „What a Horrible Night to Have a Curse“. Denn was Ark noch so einfach und angenehm erscheint, soll schon alsbald in einem anderen Licht gesehen werden.

One comment

  1. Pixel P

    Hey,

    ich kann durchaus nachvollziehen, dass es schwer ist an etwas zu arbeiten und das Gefühl zu haben, dass es nur wenige Menschen je lesen werden.

    Terranigma hat mich in meinen frühen Jahren sehr geprägt und hat nicht nur meine damals junge Sicht auf die Welt beeinflusst, sondern mich auch dazu motiviert Spieleentwickler zu werden.

    Jedes Projekt, das dieses wunderbare Spiel thematisiert, ist es wert realisiert zu werden!

    Ich wünsche dir viel Erfolg

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